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Viele Menschen entscheiden sich in ihrer privaten oder betrieblichen Altersvorsorge für eine 100 %-Beitragsgarantie. Auf den ersten Blick wirkt das wie ein sicherer Hafen: „Was ich einzahle, bekomme ich garantiert zurück.“ Doch diese Sicherheit hat einen hohen Preis, und genau der kostet im Alter oft die entscheidende Kaufkraft.
Warum Garantien verlockend wirken
Das Bedürfnis nach Sicherheit ist nachvollziehbar. Niemand möchte erleben, dass jahrzehntelang eingezahlte Beiträge durch Schwankungen an den Märkten schrumpfen. Eine Garantie vermittelt Ruhe und Planbarkeit, allerdings nur auf dem Papier. Denn hinter der Garantie steckt meist ein Mechanismus, der Ihr Geld in sichere, aber renditeschwache Anlagen lenkt, häufig Staatsanleihen oder festverzinsliche Papiere.Die Folge ist kaum Rendite, dafür ein schleichender Kaufkraftverlust durch Inflation.
Die Nachteile einer 100 %-Garantie
- Renditeverlust
Historisch haben Aktienmärkte 6–8 % Rendite pro Jahr erzielt (Quelle: Deutsche Bundesbank). Mit voller Garantie landen Sie oft bei 0–1 %. Die Differenz summiert sich über Jahrzehnte zu einer gewaltigen Lücke. - Kapitalbindung
Ihr Geld steckt fest. Flexibilität, Umschichtungen oder eine freie Anlageentscheidung sind stark eingeschränkt. In der betrieblichen Altersvorsorge bedeutet das jahrzehntelang gebundenes Kapital ohne Chance auf echten Zuwachs. - Verpasste Chancen
Während Ihr garantierter Vertrag nur minimale Zinsen erwirtschaftet, steigen Unternehmenswerte, Immobilienpreise oder Aktienindizes. Diese Renditen bleiben ungenutzt.
Beispiel: 100 % vs. 20 % Garantie
- 100 % Garantie
200 € Sparrate über 30 Jahre, Ø 1 % Rendite → ca. 84.000 € Endkapital - 20 % Garantie
gleiche Sparrate, Ø 5 % Rendite → ca. 167.000 € Endkapital
Besonderheit in der betrieblichen Altersvorsorge
In der bAV sind Garantien sogar noch problematischer. Viele Unternehmen sichern ihren Mitarbeitern 100 % der Beiträge zu. Das klingt gut, doch in der Praxis „vernichtet“ diese Regelung häufig die Rendite.Bestimmte Gruppen haben allerdings die Möglichkeit, auf einen Großteil dieser Garantien zu verzichten. Das Kapital kann dann direkt am freien Kapitalmarkt angelegt werden. Dadurch entstehen echte Renditechancen bei gleichzeitig kalkulierbarem Risiko.
So wird aus einer vermeintlich starren Betriebsrente ein flexibles Investment, das realen Wertzuwachs ermöglicht.
Wussten Sie schon?
- Laut OECD ist eine zu hohe Garantiequote einer der Hauptgründe, warum geförderte Altersvorsorgeprodukte in Deutschland hinter ihren Renditepotenzialen zurückbleiben.
- Selbst die Aufsichtsbehörden weisen inzwischen darauf hin, dass starre Garantien im aktuellen Zinsumfeld die Ertragskraft massiv einschränken.
- Schon 1 % mehr Rendite pro Jahr kann bei langen Laufzeiten einen Verdoppelungseffekt durch Zinseszins erzeugen.
Warum es sich lohnt, genauer hinzuschauen
Sicherheit darf nie das einzige Kriterium sein. Denn was bringt eine „garantierte Rente“, wenn die Kaufkraft in 20 oder 30 Jahren nicht mehr ausreicht? Gerade für Unternehmer und Selbständige ist es entscheidend, Garantien kritisch zu hinterfragen, privat wie betrieblich.💡 Mein Tipp: Prüfen Sie, welche Spielräume Sie haben, um die Garantiequote zu senken und mehr Chancen auf reale Rendite zu bekommen.
Und denken Sie daran
„Erst die Bildung über Vermögen ermöglicht die Bildung von Vermögen.“
Bis bald und beste Grüße
Kay B. Rogalla
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