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Presse 26. November 20257 Min. LesezeitKay B. Rogalla

Mehrwert statt Mundwerk

Mehrwert statt Mundwerk
Ein Appell an Anstand in der digitalen Finanz-Welt, weil viele in der Finanzbranche lieber hetzen als helfen

Es ist erschreckend, was sich in den sozialen Medien, besonders in der Finanzbranche mittlerweile abspielt. Statt fachlichem Austausch und gegenseitigem Respekt herrschen immer öfter Spott, Beleidigungen und öffentlich zur Schau gestellte Häme. Menschen, die sich Mühe geben, echten Mehrwert zu liefern, werden angegriffen, lächerlich gemacht oder diskreditiert. Nicht wegen ihres Inhalts, sondern weil sie den Mut haben, sichtbar zu sein. Ich selbst habe fast 20 Jahre in der Branche verbracht, ohne in die Sichtbarkeit zu wollen. Im Gegenteil, ich habe es jahrelang aktiv verhindert und viel Zeit, Geld und Energie in Systementwicklung investiert, die es mir ermöglich haben, mehr als ausreichende Kundenanfragen zu generieren, ohne selbst in der Öffentlichkeit zu stehen. Doch jetzt habe ich mich dazu bereit erklärt und stelle mich, wie viele andere auch, der Kritik in der Öffentlichkeit. Und genau dazu befinden sich in diesem Artikel wertvolle Gedanken zu den Hintergründen.

Dabei beginnt die Spaltung schon innerhalb der Branche selbst. Agenturisten gegen Makler, Honorarberater gegen Vertriebe, Vertrieb A gegen Vertrieb B und Honorarberater gegen Makler und jeder glaubt, der eigene Weg sei der einzig richtige. Doch das ist ein Irrtum! Entscheidend ist nicht, wer den Zugang zum Markt hat, sondern dass der Kunde versteht, dass es verschiedene Zugangswege gibt, die jeweils eigene Spielregeln, Stärken und Grenzen haben. Genau dazu habe ich bereits einen ausführlichen Artikel verfasst, weil Aufklärung hier wichtiger ist als Abwertung (siehe Link: Überblick über Finanzberater).

Viele vergessen, dass Worte Wirkung haben. Sie können aufbauen oder zerstören.

Und gerade in einer Branche, die von Vertrauen lebt, sollte man wissen, wie viel psychischen, menschlichen und reputativen Schaden eine leichtfertige oder boshafte Bemerkung anrichten kann. In den sozialen Medien erleben wir täglich, wie Menschen andere öffentlich beleidigen oder diffamieren. Teils anonym, teils ganz offen. Manche tun es aus Frust, andere aus Neid, wieder andere aus purem Wunsch nach Aufmerksamkeit. Dahinter steckt oft derselbe Mechanismus, nämlich Ablenkung von sich selbst, gepaart mit dem Irrglauben, dass Reichweite automatisch Recht schafft.

Besonders in der Finanzbranche ist dieses Phänomen inzwischen regelrecht explodiert. Wer mehr Reichweite und Follower generiert, erkauft oder irgendwie erhalten hat, meint plötzlich, kraft eigener Arroganz die Deutungshoheit zu besitzen! Fakten werden selten geprüft, Quellen fehlen oft ganz und trotzdem werden Halbwahrheiten oder Meinungen als unumstößliche Realität verkauft. Viele tarnen ihre Eigenwerbung heute als moralische Empörung. Unter dem Deckmantel von „Aufklärung“ werden andere bloßgestellt, um Reichweite zu erzeugen. Das ist keine Haltung, das ist Heuchelei mit Kalkül. Wer wirklich Werte lebt, muss sie nicht in jedem Post beweisen, sondern zeigt sie im Umgang mit anderen, auch mit Wettbewerbern.

Was das mit Menschen macht

Viele, die in Social Media aktiv sind, geben sich sichtbar Mühe, echten Mehrwert zu liefern. Sie investieren Zeit, Wissen und Herzblut und werden dafür von Fremden attackiert. Kommentare, Spott oder persönliche Angriffe können enormen Schaden anrichten. Das trifft die Reputation und ebenso die Psyche.

Dabei sitzt auf der anderen Seite des Bildschirms ein Mensch. Kein Algorithmus, kein Avatar. Ein Mensch mit Engagement, mit Familie, Motivation und Werten.

Wenn Meinung zur Waffe wird

Jeder darf und soll seine Meinung haben. Aber Wahrheit entsteht nicht aus Meinung. Sie entsteht durch Wissen, Erfahrung und Dialog. Die meisten vertreten nur ihre gefühlte Wahrheit und merken gar nicht, dass sie sich in einer selbstgebauten Filterblase bewegen.

Besonders fragwürdig sind diejenigen, die sich durch selbst zugeschriebene Kompetenz und maßlose Arroganz über andere stellen. Und die, die feige und schonungslos anonym beleidigen, sind die lautesten, aber auch die schwächsten und bedauerlichsten Stimmen im Raum.

Kontextverlust als System

Aussagen werden bewusst aus dem Zusammenhang gerissen, Videos gezielt geschnitten, Aussagen verzerrt, nur um Klicks zu generieren. Wer so agiert, gefährdet das Ansehen einzelner Persönlichkeiten und auch einer ganzen Branche denn er  beschädigt die Glaubwürdigkeit von Menschen, die wirklich helfen wollen.

Cancel Culture in der Finanzwelt

Immer häufiger werden Menschen öffentlich verurteilt, lange bevor man überhaupt die ganze Geschichte kennt. Ein unbedachter Satz, ein missverständlicher Clip und schon wird jemand „gecancelt“. Dabei sind gerade im Finanzsektor viele Themen komplexer, als sie in 30 Sekunden erklärt werden können. Wer vorschnell urteilt, zerstört oft Existenzen. Mich beunruhigt, wie schnell heute über andere geurteilt wird, ohne sie je persönlich gesprochen zu haben. Dialog ersetzt man durch Empörung, und Moral durch Klickzahlen.

Scheintransparenz ist kein Qualitätsmerkmal

Viele verwechseln Sichtbarkeit mit Seriosität. Nur weil jemand täglich Videos postet, bedeutet das nicht, dass dahinter Erfahrung oder Zulassung steht. Social Media suggeriert Transparenz aber die ist oft nur inszeniert. Ein professioneller Finanzberater wird nie über Nacht zum viralen Star, sondern über Jahre durch Ausbildung, Verantwortung und Ergebnisse. Ich bin der Meinung, jeder kann sich vor einen Teleprompter setzen und ein Skript vorlesen. Richtige, fachliche Kompetenz erleben Sie erst, wenn Sie jemandem Live eine Frage stellen und eine zielführende Antwort darauf erhalten. Schublade auf, Wissen raus, Schublade zu ...

KI, Deepfakes und Identitätsdiebstahl als nächstes Level der Risiken

Zu allem hinzu kommt eine neue, gravierende Gefahr durch KI-gestützte Fälschungen und Deepfakes. Vor drei Tagen wurde mir selbst erstmals gemeldet, dass mein Profil kopiert und damit Menschen angeschrieben wurden. Ich konnte reagieren und mich verifizieren lassen, aber nicht alle merken so schnell, dass eine falsche Identität im Umlauf ist. Solche Angriffe erzeugen Dialoge und stielt Daten, die auf falschen Grundlagen aufgebaut ist, und können sofort Schaden anrichten, persönlich, geschäftlich und finanziell.

Deshalb mein klarer Rat: Prüfen Sie die Quelle, glauben Sie nicht jede Information, seien Sie besonders kritisch. Sammeln Sie verschiedene Meinungen, Fakten und Perspektiven, bevor Sie ein finales Urteil bilden.

LinkTree von Kay B. Rogalla
Ein Appell an Anstand und Zusammenarbeit

Ich rufe hiermit zu mehr Kooperation und weniger Bullshit-Bingo für das vermeintlich eigene Ego auf. Es braucht wieder mehr Haltung, weniger Hetze. Mehr Dialog, weniger Fingerzeig.

Mein Motto bleibt: Synergie statt Konkurrenz. Denn nur wer mit anderen wächst, wächst wirklich. Und wer andere kleinredet, macht sich selbst nur kleiner.

Als dreifacher Vater macht mir diese Entwicklung noch aus einem anderen Grund besondere Sorgen. Ich frage mich, wie diese heranwachsende Generation mit dem steigenden Leistungsdruck, der ständigen Vergleichbarkeit und den anonymen Anschuldigungen umgehen soll; Anschuldigungen, gegen die man sich kaum wehren kann, weil sie nicht im Dialog entstehen, sondern im digitalen Schatten. Meine größte Angst ist, dass Respekt und Fairness zu Randerscheinungen werden, während Lautstärke und Arroganz den Ton angeben. Es führt zum Verlust echter Vorbilder. Kinder und junge Erwachsene wachsen heute mit einem verzerrten Bild von Erfolg auf. Reichweite ersetzt Leistung, Selbstdarstellung ersetzt Substanz. Wer laut genug ist, gilt als klug. Doch genau diese Entwicklung zerstört langfristig Vertrauen und macht junge Menschen orientierungslos. Ich wünsche mir wieder Vorbilder, die nicht durch Lautstärke, sondern durch Haltung überzeugen. Das ist keine Nostalgie, sondern eine Notwendigkeit, wenn wir Verantwortung ernst nehmen.

Prüfen Sie darum, bevor Sie posten. Fragen Sie, bevor Sie urteilen. Verifizieren Sie Quellen, seien Sie skeptisch bei ungewöhnlichen Nachrichten und sammeln Sie mehrere Perspektiven, bevor Sie entscheiden. Respekt ist keine Schwäche, er ist eine Stärke.

Dazu ist Das Dreifache Sieb des Sokrates besonders bemerkenswert und heute aktueller denn je.  Bevor Sie etwas teilen, kommentieren oder weiterverbreiten, lohnt sich ein kurzer aber zielführender, innerer Check:

Sokrates nannte es einst das „Dreifache Sieb“.

  1. Wahrheit:Ist das, was Sie sagen wollen, wirklich belegt oder nur gehört, gefühlt oder vermutet?
  2. Güte:Dient Ihre Aussage dazu, etwas aufzubauen oder niederzumachen?  Macht sie jemanden besser oder kleiner?
  3. Nützlichkeit:Bringt Ihr Beitrag jemanden weiter?  Oder ist er nur Lautstärke ohne Substanz?

Wenn etwas keines dieser drei Siebe besteht, dann ist es meist klüger, still zu bleiben. Denn echte Haltung zeigt sich nicht durch Lautstärke, sondern durch Bewusstsein.

Wie ist Ihre Meinung dazu?

Sind Sie selbst aus der Branche und haben solche Situationen schon erlebt? Oder beobachten Sie sie wie ich von außen und halten sie für eine dramatische Entwicklung? Ihre Meinung interessiert mich!

Waren diese Informationen bisher wertvoll für Sie?

Viele weitere spannende Inhalte, Videos, meine Bücher und Kurse sowie den Podcast „Vermögensarchitektur Talk“finden Sie hinter dem folgenden Link zu meiner Linktree-Sammlung. Schauen Sie gerne vorbei und bedienen Sie sich an den Mehrwerten:

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Portrait Kay B. Rogalla

Und denken Sie daran

„Erst die Bildung über Vermögen ermöglicht die Bildung von Vermögen.“

Bis bald und beste Grüße
Kay B. Rogalla

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