Von 1 Euro zu 100 Euro - Vermoegenswachstum durch kluge Anlage

Geschätzte Lesezeit: 6 Minuten 

Geld entsteht nicht so, wie es die meisten glauben. Viele sprechen vom „Geld drucken“, andere von „digitalem Geld“. Doch kaum jemand versteht, wie Banken tatsächlich Geld erschaffen und welche Rolle dabei die Europäische Zentralbank (EZB) spielt. Dieser Artikel bringt Licht ins Dunkel: Von den Geldmengen M0 bis M3, über Giralgeld bis zur Inflationssteuerung. 

Die Geldmengen M0 bis M3. Das Rückgrat des Geldsystems 

M0 Die Geldbasis
M0 ist das sogenannte Zentralbankgeld. Es besteht aus dem Bargeld im Umlauf und den Guthaben der Geschäftsbanken bei der EZB.
Dieses Geld existiert also nur im Verhältnis zwischen Geschäftsbanken und Zentralbank. Es ist das Fundament, auf dem Kreditvergabe und Geldschöpfung basieren. 

M1 Das Geld, das wir täglich bewegen
M1 umfasst das Bargeld, das Haushalte und Unternehmen halten, sowie die Sichteinlagen auf Girokonten.
Mit M1 bezahlen wir Rechnungen, Einkäufe oder Überweisungen. Es ist das „schnellste Geld“ im Wirtschaftskreislauf. 

M2 Das kurzfristig verfügbare Geld
M2 setzt sich zusammen aus M1 sowie Einlagen mit Laufzeit bis zu 2 Jahren und Einlagen mit Kündigungsfrist bis zu 3 Monaten.
Es handelt sich um Liquidität, die zwar gebunden ist, aber kurzfristig verfügbar gemacht werden kann. 

M3 Die gesamte Liquidität im System
M3 umfasst M2 sowie Geldmarktfondsanteile, kurzlaufende Schuldverschreibungen und bestimmte Repo-Geschäfte.
Es zeigt, wie viel Geld insgesamt im Umlauf ist, einschließlich institutioneller Liquidität.
Die EZB beobachtet M3 als wichtigen Indikator für mögliche Inflationstendenzen. 

Giralgeld | Das unsichtbare Hauptgeld im Alltag 

Giralgeld (oder Buchgeld) ist das Guthaben auf unseren Bankkonten. Es ist kein Bargeld, sondern eine Forderung gegen die Bank. Wenn eine Bank einen Kredit vergibt, entsteht Giralgeld buchhalterisch aus dem Nichts: Die Bank schreibt auf der Aktivseite einen neuen Kredit und auf der Passivseite das entsprechende Guthaben des Kunden gut. 

Damit wurde neues Geld geschaffen, ohne dass es vorher jemand gespart hat. Dieses Giralgeld macht heute über 90 Prozent der gesamten Geldmenge aus. 

Wie Banken Geld „vermehren“. Der Geldschöpfungsmultiplikator 

In der Theorie können Banken ein Vielfaches des eingezahlten Geldes weiterverleihen. Grundlage ist die Mindestreservequote, die im Euroraum derzeit bei 1 Prozent liegt.

Das bedeutet:
Von 100 Euro Einlage müssen Banken nur 1 Euro als Reserve bei der EZB halten. Theoretisch könnten sie also das Hundertfache als Kredite vergeben. 

Doch das ist nur die Theorie. In der Praxis sind die entscheidenden Grenzen: 

  • Eigenkapitalvorschriften (Basel III) 
  • Risikomanagement und Bonitätsprüfung 
  • Nachfrage nach Krediten 
  • Aufsicht durch EZB und BaFin 

Die Bundesbank und Bank of England bestätigen:
„Banken verleihen keine vorhandenen Einlagen weiter, sie schaffen neue Einlagen durch Kreditvergabe.“ Das heißt: Geld wird im Moment der Kreditvergabe erzeugt und wieder vernichtet, wenn der Kredit zurückgezahlt wird. 

Die EZB | Wächterin über Inflation und Stabilität 

Die Europäische Zentralbank hat laut EU-Vertrag einen klaren Auftrag: Preisniveaustabilität sichern.
Ihr Ziel ist eine Inflationsrate von 2 Prozent im Euroraum, symmetrisch verstanden. Also weder dauerhaft darüber noch darunter. 

Die EZB steuert das über verschiedene Instrumente: 

  • Leitzinsen: Sie beeinflussen, wie teuer Kredite und Einlagen werden. 
  • Offenmarktgeschäfte: Die EZB kauft oder verkauft Wertpapiere, um Geldmenge und Liquidität anzupassen. 
  • Mindestreservepolitik: Banken müssen einen kleinen Teil ihrer Einlagen bei der EZB hinterlegen. 
  • Kommunikation („Forward Guidance“) und Vertrauen: Schon durch Ankündigungen kann die EZB Märkte beeinflussen. 

Steigen die Zinsen, wird Geld teurer, Kredite seltener und Inflation gebremst.
Sinken sie, wird mehr investiert und konsumiert. Die Geldmenge wächst. 

Das System lebt also vom Balanceakt zwischen Wachstum und Preisstabilität. 

 Warum das Wissen über Geldschöpfung so entscheidend ist 

Wer versteht, wie Geld entsteht, erkennt auch, wo Risiken lauern: 

  • Inflation entwertet Sparguthaben, wenn die Geldmenge zu schnell wächst. 
  • Niedrigzinsen treiben Vermögenspreise nach oben. 
  • Überschuldung kann durch zu leichte Kreditvergabe entstehen. 

Für Unternehmer, Anleger und Familien gilt:
Finanzielle Bildung über Geldsysteme bedeutet Handlungsfreiheit. Denn nur wer das System versteht, kann sich bewusst außerhalb seiner Schwächen positionieren, etwa durch Diversifikation in Sachwerte, Unternehmensbeteiligungen oder inflationsgeschützte Anlagen. 

Mein Credo dazu lautet:
Erst die Bildung über Vermögen ermöglicht die Bildung von Vermögen. 

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Bis bald und beste Grüße
Kay B. Rogalla 

Autor: Veröffentlicht: 19. Dezember 2025Zuletzt aktualisiert: 22. März 2026

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Wer ist Kay B. Rogalla?
Wie Banken aus einem Euro scheinbar hundert machen. Das verborgene System hinter M0 bis M3 – Kay B. Rogalla
  • Branchenstart im Jahr 2004
  • studierter Finanzfachwirt (FH)
  • Seit 2017 Geschäftsführer eines der ältesten unabhängigen Finanzmaklervertriebe in Deutschland
  • Vorstandsvorsitzender des Bundesverbandes für betriebliche Leistungsoptimierung e.V.
  • Nationaler Sachbuchautor von „Die statischen Grundgesetze der Vermögensarchitektur“
  • Internationaler Co-Bestseller-Autor
  • Doppel-Awardträger in Dubai
  • 7-facher Award-Finalist
  • Finanz-Forenbetreiber mit über 100.000 Beiträgen
  • Namhafter Experte innerhalb der Finanzbranche