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Presse 31. Oktober 20253 Min. LesezeitKay B. Rogalla

Selbstständige aufgepasst! Krankentagegeld oder Betriebsausfallversicherung bei krankheitsbedingtem Ausfall. Was lohnt sich für Sie?

Selbstständige aufgepasst! Krankentagegeld oder Betriebsausfallversicherung bei krankheitsbedingtem Ausfall. Was lohnt sich für Sie?

Geschätzte Lesezeit: ca. 8 Minuten

Krankheit oder Unfall kommen meist unerwartet. Gerade für Selbstständige kann ein Ausfall von nur wenigen Wochen schnell zu einem finanziellen Problem werden. Sollten Sie sich also mit einer Krankentagegeldversicherung absichern, mit einer Betriebsausfallversicherung oder mit beidem? Hier erfahren Sie die Unterschiede, Kosten, Fallstricke und sinnvolle Ergänzungen. 

 Warum das Thema jetzt wichtig ist 
Während Angestellte im Krankheitsfall Lohnfortzahlung und Krankengeld erhalten, stehen Selbstständige oft ohne Einkommen da. Schon ein Ausfall von 3–10 Wochen kann reichen, um Rücklagen zu erschöpfen oder sogar den Fortbestand des Betriebs zu gefährden. Laut Statistischem Bundesamt war 2024 fast jeder dritte Selbstständige mindestens einmal im Jahr für mehr als zwei Wochen arbeitsunfähig. Dieses Risiko wird oft unterschätzt. 
 Krankentagegeld schützt Ihre private Lebenshaltung 
  • Leistung: Ersetzt einen vereinbarten Tagessatz, sobald Sie krankheitsbedingt nicht mehr arbeiten können. 
  • Startzeit: Je nach Tarif ab dem 4. bis 43. Krankheitstag. 
  • Zweck: Sichert Ihr privates Einkommen und Ihre Lebenshaltungskosten. 
  • Typische Kosten: Ab ca. 20–60 € pro Monat (abhängig von Alter, Gesundheitszustand, Tagessatz). 
Beispiel: Ein selbstständiger Berater, der krank wird, kann keine Rechnungen stellen. Mit 80 € Krankentagegeld pro Tag sind Miete, Strom und private Ausgaben gedeckt. 
 Betriebsausfallversicherung schützt Ihr Unternehmen 
  • Leistung: Übernimmt betriebliche Fixkosten wie Miete, Gehälter, Leasingraten, Versicherungen. 
  • Startzeit: Meist sofort oder nach kurzer Karenzzeit, begrenzt auf 6–12 Monate. 
  • Zweck: Hält das Unternehmen zahlungsfähig, während Sie ausfallen. 
  • Typische Kosten: Für kleine Betriebe ca. 40–150 € monatlich, für größere Unternehmen mit Mitarbeitern auch deutlich mehr. 
Beispiel: Ein Restaurantinhaber kann trotz Ausfall Gehälter und Ladenmiete zahlen. Der Betrieb läuft weiter, ohne dass sofort Insolvenz droht.

Abgrenzung im Überblick 

Kriterium Krankentagegeld Betriebsausfallversicherung 
Absicherungsziel Privates Einkommen Fixkosten des Unternehmens 
Zahlung an Sie persönlich Ihr Unternehmen 
Dauer Bis Arbeitsfähigkeit zurückkehrt Meist 6–12 Monate 
Typischer Einsatz Lebenshaltung, private Kredite Miete, Gehälter, Leasing, Betriebskosten 

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Ergänzende Absicherungen für den Rundumschutz 
Neben Krankentagegeld und Betriebsausfallversicherung gibt es weitere Sparten, die sinnvoll sein können: 
  • Berufsunfähigkeitsversicherung (BU): Absicherung bei dauerhafter Arbeitsunfähigkeit. 
  • Unfallversicherung: Ergänzend, da Unfälle nicht immer in der Krankentagegeldversicherung berücksichtigt sind. 
  • Dread-Disease-Versicherung: Einmalzahlung bei schweren Erkrankungen wie Krebs oder Herzinfarkt. 
  • Praxis-/Betriebsschließungsversicherung: Besonders relevant für Ärzte, Heilberufe oder Gastronomie, wenn behördlich geschlossen wird. 
Fallstricke in den Verträgen 
  • Karenzzeiten: Manche Tarife zahlen erst nach 2–6 Wochen, für kurze Ausfälle ist das oft unzureichend. 
  • Summenanpassung: Steigen Fixkosten oder Einkommen, muss die Police angepasst werden. Sonst droht Unterversicherung. 
  • Definition von „Arbeitsunfähigkeit“: Manche Versicherer zahlen nur bei 100 % Arbeitsunfähigkeit. Wer eingeschränkt arbeiten kann, geht leer aus. 
  • Gesundheitsprüfung: Vor allem beim Krankentagegeld Standard. Vorerkrankungen können Ausschlüsse oder Zuschläge bedeuten. 
  • Umsatzabhängigkeit: Betriebsausfall-Policen knüpfen Leistungen oft an Umsatznachweise. Lückenlose Dokumentation ist Pflicht. 
Kostenvergleich in der Praxis 
Ein Rechenbeispiel für einen 40-jährigen Selbstständigen mit 5.000 € privatem Monatsbedarf und 3.000 € Betriebskosten: 
  • Krankentagegeld: 80 € pro Tag ≈ 2.400 € im Monat. Beitrag ca. 50 € monatlich. 
  • Betriebsausfallversicherung: Fixkosten von 3.000 € abgesichert. Beitrag ca. 100 € monatlich. 
  • Kombination: Rund 150 € monatlich, dafür sind sowohl Privatleben als auch Betrieb geschützt. 
 Checkliste für Ihre Entscheidung 
  1. Fixkosten privat und betrieblich getrennt ermitteln. 
  2. Rücklagen prüfen: Wie viele Wochen können Sie ohne Einnahmen überbrücken? 
  3. Karenzzeit realistisch wählen (nicht zu lang, sonst klafft eine Lücke). 
  4. Vertrag auf Ausschlüsse, Anpassungsklauseln und Definitionen prüfen. 
  5. Ergänzende Produkte (BU, Unfall, Dread Disease) im Blick behalten. 
 Warum jetzt handeln? 
Viele Selbstständige schließen diese Policen erst ab, wenn der Ernstfall schon eingetreten ist. Dann ist es zu spät. Wer früh vorsorgt, sichert seine Familie und die Zukunft seines Unternehmens. Ein kurzer Ausfall kann passieren. Sind Sie darauf vorbereitet?

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„Erst die Bildung über Vermögen ermöglicht die Bildung von Vermögen.“

Bis bald und beste Grüße
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