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Presse 26. Januar 20264 Min. LesezeitKay B. Rogalla

Ökonomischer Erdrutsch! Warum die letzten 5 Jahre alles verändert haben

Ökonomischer Erdrutsch! Warum die letzten 5 Jahre alles verändert haben

Wer jetzt noch investiert wie vor 2020, riskiert sein Vermögen und merkt es erst, wenn es zu spät ist. 

Geschätzte Lesezeit: 7 Minuten 

Ich bin nun seit über 20 Jahren in der Finanzbranche tätig aber so viele Veränderungen, Unbekannte und systemische Erschütterungen wie in den letzten fünf Jahren hat es in den letzten 50 Jahren zusammen nicht gegeben. 

Corona-Pandemie, Krieg in Europa, die Einführung der e-ID oder die DAC-8-Richtlinie, das allein wäre schon genug, um Anleger ins Grübeln zu bringen. Tatsächlich stehen diese Ereignisse nur stellvertretend für eine ganze Kaskade an politischen, wirtschaftlichen und technologischen Umbrüchen. 

Und hier sage ich Ihnen, warum diese fünf Jahre alles verändert haben und weshalb klassische Anlageentscheidungen heute oft mehr Risiko als Rendite bedeuten.

1. Die Zinswende | Das Ende des billigen Geldes

Nach über einem Jahrzehnt ultraniedriger Zinsen leitete die Europäische Zentralbank 2022 die schärfste Zinserhöhung ihrer Geschichte ein. In der Folge fielen die Immobilienpreise, Kredite verteuerten sich massiv, Anleihen verloren an Wert, während Sparzinsen nach Jahren der Nullphase plötzlich wieder Thema wurden. 

Diese Zinswende hat das Kräfteverhältnis auf den Kapitalmärkten grundlegend verändert.
Wer sein Vermögen heute schützen will, muss Rendite, Risiko und Liquidität völlig neu austarieren. 

Quelle: EZB-Leitzinsentwicklung 

2. Energiekrise & geopolitische Abhängigkeiten

Der Krieg in Europa machte eines deutlich! Energie ist Macht. Die Explosion der Gas- und Strompreise hat Industrie, Mittelstand und Haushalte gleichermaßen getroffen. Insolvenzen stiegen stark an. Besonders betroffen waren energieintensive Unternehmen und Immobilieninvestoren mit Nebenkostenrisiken. 

Zugleich rückten erneuerbare Energien und Speichertechnologien in den Fokus institutioneller Anleger. Energie wurde zur strategischen Anlageklasse mit politischem Risiko.

Quelle: Bundesnetzagentur, Energiepreisbericht 

3. Inflation & Kaufkraftverlust

Zwischen 2021 und 2023 erreichte die Inflation in Deutschland zeitweise über 10 %. Das bedeutete reale Vermögensverluste in Milliardenhöhe. Festverzinsliche Anlagen verloren drastisch an Attraktivität, während Sachwerte (Gold, Aktien, Immobilien) plötzlich wieder als Schutzmechanismus galten. 

Viele Anleger verstanden erstmals, dass nominale Sicherheit keine reale Sicherheit ist.

Quelle: Statistisches Bundesamt, Verbraucherpreisindex 

4. Die Regulierungswelle | DAC-8, e-ID & der digitale Euro

Parallel zu den wirtschaftlichen Schocks wächst die regulatorische Dichte

  • Die DAC-8-Richtlinie verpflichtet Krypto-Plattformen zur Datenweitergabe an Finanzbehörden. 
  • Die e-ID verknüpft Steuer-, Finanz- und Identitätsdaten auf europäischer Ebene. 
  • Der digitale Euro steht kurz vor der Testphase. 

Was als Modernisierung gilt, bedeutet in der Praxis weniger Anonymität, mehr staatliche Kontrolle und damit tiefgreifende Folgen für Vermögensschutz, Privatsphäre und Kapitaltransfers.

Quellen: EU-Kommission, DAC-8 und EZB Digital Euro Project 

5. Banken- und Kryptokrisen | Vertrauensverlust im System

2023 erlebte die Welt eine neue Bankenkrise. Der Kollaps der Silicon Valley Bank, die Notübernahme der Credit Suisse und parallel der Zusammenbruch der Kryptobörse FTX. Diese Ereignisse erschütterten das Vertrauen in zentrale Institutionen, ob Bank oder Blockchain.

Anleger reagieren mit Rückzug in physische Werte, Sondervermögen und rechtlich geschützte Konstruktionen.

Quelle: BIS Quarterly Review 2023 

6. Deglobalisierung | Von Globalisierung zu „Friend-shoring"

Unternehmen ziehen ihre Produktion aus Hochrisikoregionen ab und verlagern sie in „freundlichere" Länder. Das verändert die globalen Kapitalflüsse und schafft neue Chancen, aber auch neue geopolitische Abhängigkeiten. 

Investoren müssen lernen, Standortpolitik als Investmentfaktor zu verstehen.

Quelle: IMF World Economic Outlook 2024 

7. ESG & Green Deal | Moral wird messbar

Nachhaltigkeitskriterien (ESG) bestimmen zunehmend, wo Kapital fließt. Die EU-Taxonomie verpflichtet Fonds, Unternehmen und Banken zu detaillierten Nachhaltigkeitsberichten. Das ist kein Idealismus mehr, sondern harte Regulierung mit Kapitalfolgen und sie verändert die Rentabilität ganzer Branchen.

Quelle: EU-Taxonomie-Verordnung 

8. Staatsverschuldung & Haushaltskrisen

Ob Corona, Energiepreisbremsen oder Sozialpakete, die Staatsverschuldung ist explodiert.
Zinsen steigen, Haushalte werden knapper, und das Vertrauen in langfristige Zahlungsfähigkeit sinkt.
Anleihen galten einst als sicherer Hafen, heute sind sie ein politisches Risiko. 

Quelle: Bundesministerium der Finanzen, Monatsbericht 2024 

9. Digitalisierung, KI & Arbeitsplatzwandel

Künstliche Intelligenz verändert Branchen, Arbeitsmärkte und Unternehmensbewertungen.
Wer früh investiert, profitiert. Wer zu spät reagiert, verliert Marktanteile.
Auch das ist Kapitalallokation, zwischen Innovation und Risiko zu entscheiden.

Quelle: OECD Technology Outlook 

10. Demografie & Sozialkosten

Die alternde Gesellschaft ist kein Zukunftsthema mehr, sie ist Realität. Weniger Erwerbstätige, mehr Rentner, steigende Gesundheitskosten. Das beeinflusst Immobilienmärkte, Unternehmensgewinne und Steuerlasten. Demografie ist die stille Macht im Hintergrund jeder Kapitalentscheidung.

Quelle: Destatis, Bevölkerungsprognose 2040 


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Portrait Kay B. Rogalla

Und denken Sie daran

„Erst die Bildung über Vermögen ermöglicht die Bildung von Vermögen.“

Bis bald und beste Grüße
Kay B. Rogalla

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